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Brief aus Liebe

Thursday May 24, 2012

Was sollte ich noch sagen ? Wenn das Leben mich anschaute verstummte mir jedesmal die Sprache. Ich kam mir dumm vor, so ohne Worte, ohne einen Gedanken fassen zu können, nicht fähig zu erwidern. Vor mir saß es da, blickte mir vorwurfsvoll ins Auge, scharf wie frisch geschmiedeter Stahl. Wir hatten nie festgelegt in einer Beziehung zu leben, wer hätte denn gedacht, dass so etwas passieren würde. Seit Jahren führten wir nun dieses Verhältnis, aßen, tanzten, swingten zusammen. Jeder brachte neue Leute mit, schweigsam im Einverständnis, gewünscht, dass sich ergibt, was ersehnt. Tollheit regierte zuweilen die Szene, zügellose Orgasmen, daraufhin in Kissen gebettet die ménage, Wärme verschieden geformter Körper, Hautpartien, in fahlen Morgentönen dahinschlummern. Den Garten mit dir erforschen, wachen, folgen – zum Fluss hinunter dir nach. Halme des Schilfs als Lustspiel im Wind, unser Versteck, geborgen sobald wir treiben im Teich führst du mich zahm, dein Band, Gelübte mir ist, nie einer Trennung sich vergeuden, und dann, die Nachricht, der Aufruhr, Entscheidungen zu treffen verlangt, ohne uns, die wir monatelang in der Jagdhütte, zurückgezogen den Herbst über uns verbargen, im Schirm durch die Abgeschiedenheit segeln, und leben, doch den heraneilenden Kolonnen unfähig zu entschwinden. Näher und näher, Tross der Maschinen, laut räderndes Metall, dort im Wald, auf dem Feldweg vorüber. Dann stöberten sie auf unserem Grundstück herum, fanden uns schließlich versteckt in der Hütte. Mit zum Meldeamt sollten wir kommen, dass keine Missverständnisse entstehen. Lost, fort!

Thursday May 24, 2012

Er trägt schwarz, von oben bis unten, nur am Kragen schimmert ein weißer Streifen unter dem Kashmir hervor. Präsent und doch hohl sitzt er da, mit wachen Augen, nach innnen hin leer, auf seiner Bank auf dem Balkon. Die Hände gelassen auf die Tastatur gelegt, flimmert der Bildschirm des Notebooks auf seinen Knien. Im Hintergrund laufen videos, die Dichtheit der Musik, das Gefährliche in der Literatur. Stimmen schwirren durch die Luft, wer spricht, welcher Atemzug ihn zu animieren die Finger über die Tasten tanzen zu lassen? Waben zeitlicher Brisanz strömen durch die Facetten seines Begriffreichtums. Ein Automaton, dessen Leben ohne sein Zutun abläuft, hält er inne, wartet, bis das innere Werk sich wieder aufgeladen hat und die Finger, als wenn sie fremd geführt würden, aus ihrer Starre erwachen, um fortlaufend über die Buchstaben zu fliehen. Auf und nieder prasseln die Kuppen, stanzen in die Tastatur Worte im Eilverfahren, nicht einen Anschlag zu versäumen, der in nicht geborener Sprache enden könnte. Du mein Lieb, denkt er sich, während sein Körper arbeitet, die Organe rotieren und gebären, was schon viel zu lange kränklich in ihm schwelt. Dieser Virus, der seit Jahrzehnten durch die Adern krebst, hier und dort andockt, um sich zu vervielfältigen. Im Gewebsschleim zu gären und mühsam die Behausung der wohligen Zellen auf zu fressen. Und immer neuer Ballast introjeziert sich in seinen Corpus, legt sich ab in den Fugen der Schaniere, setzt sich fest, zwischen den Zähnen der Räder, und belastet das Automaton, welches nur danach bestrebt ist einwandfrei zu laufen. Nun aber, mit den Stimmen des Frühlings, mit den brausenden Geräuschen der Großstadt beginnen seine Organe zu funktionieren. Mit spontanem Schwung lässt er sie machen, lässt sich von ihnen ein vernehmen und sieht zu wie sie ihr Werk verrichten, dabei ruht sein Geist in altgriechischer Genügsamkeit.

Thursday May 24, 2012

Sie will heiraten, immer nur heiraten.

Doch was kann ich ihr bieten,

heiraten, will sie mich

ich, bin nur ein fährmann

wie soll ich sie heiraten?

nur ein fährmann,

du rufst mich an

mitten in der nacht

nach etlichen drinks

fragst, ob ich dich heiraten will

sage, ich hole dich ab,

bleib wo du bist,

bin gleich da,

doch du willst mehr.

Zähle bis elf, dann bin ich

bei dir am Ufer

steig auf das Boot,

was willst du mehr?

Sie will mich heiraten

heiraten,

ich, bin nur ein fährmann.

 eines Tages dann wollte sie

den riesigen Rettich an eine Stelle,

die ich verschweigen muss.

Ich fuhr davon, in die Fremde.

nun, du, tun ist

hier, doch nicht da

bin da ich?

Ein tourist

und vorbei

die sonne geht unter

ich mache mich auf den weg zu kurt

im treppenhaus schon

riecht es nach terpentin

die wohnung ein

disaster

die fenster offen

der abendhimmel

über den dächern, gegenüber

färbt, im zimmer

leinwände, lichter

provisorisch eingerichtet

installiert, zwischen dem inventar

taucht kurt auf,

er sieht aus wie ein mensch ohne schlaf,

grummelt vor sich hin

Verse, immer wiederholend, schwenkt dabei ein Glas,

darin eine milchige Flüssigkeit,

Pastisse,

ich rieche es

der sessel steht voll mit farbtuben,

ich setze mich auf einen stapel zeitungen

und nehme einen schluck von der milchigen flüssigkeit

er fragt, ob ich ihm zuhöre, seinen aphorismen,

lausche, machst du dir keine gedanken über das

nicht wieder in die welt geboren werden?

Ich lese in den zeitungen, er malt,

ich mache mir notizen, er mischt farben,

bei dem nächsten Blick aus dem Fenster

sehe ich eine dünne Mondsichel

in dunkelbuntem schimmer über

die dächerzeile kriechen,

ich denke daran, was ich gestern gedacht habe.

i found out about

Thursday May 24, 2012

du schreib in mir, du schriftsatz.gibst und nimmst mir platz, luft zu atmen, entlehnst und schickst mich, wer weiß wohin, wolang, wofür? Tausend türen der poesie, tausend abgründe, lyrische rätsel im labyrinth des . Die da führen, mit kategorischer phallokratie, einen hedonismus als weltordnung nur die tiefen des geschlechts aufzuzeigen. Träum du nur, integrativ programmiert. Währenddessen packe ich Lust und Begehren in ein Paket und tausche s an der Straßenecke gegen Verführung. Wenn schon Pro7 proklame macht, dann müssen wir schnell wieder reversibel werden, und das heißt Apatheia in krassester Konsequenz.

Tuesday May 15, 2012
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Tuesday May 15, 2012

er riecht nach pferd, auf seiner zunge schläft im hauch der apfelwein. als sein großvater starb sah er den tod in seinem bleichen gesicht, es öffnete sich der vorhang zu einer anderen welt. dieser welt, die den toten geweiht ist und den lebenden verborgen bleibt. bis auf diese momente, wo noch lebendige augen hinter den vorhang blicken und den tod erfahren. es mag vorkommen, dass die augen des lebendigen sich zurück auf das leben richten und der vorhang verschleiert, was nicht länger, als nur für diesen moment, bestimmt ist; doch die erinnerung, das trauma läßt den kopf des ein oder anderen nicht in ruh. verfolgt von dem angesicht und der tiefe des todes irren sie umher in zorn und spontaner wut. glauben eher an die lüge und beschwören pein und folter. 

tod der dekadenz, tod den trotteln, rufen diese menschen aus, verpflichten nacktheit und hingabe ihr dasein der kunst zu opfern und nennen dies vernunft. dem leben frönen, diese revoluter, die es ernst meinen und partituren spucken, immer und überall pöbeln müssen, das die flamme ihrer seele nennen, derartige feiereien zu veranstalten. er überlegt, ist dies der narrenhafte umgang mit dem tod, ist dies der spott gegenüber der erfahrung mit dem vorhang? sind galgenvögel, schräge gestalten echt, leben sie in verdruss und nehmen nichts mehr ernst? verabscheuen diese kreaturen die einseitigkeit und leben gar überschwenglich? wer sind diese anemonen, die sich idioten schimpfen, in sich selbst gefangene sensitatoren ihrer schön erdachten welt?

Brief aus Liebe

Tuesday May 15, 2012

Heimgold, mich die Schlafkrankheit – matt blank und dicht, trunken, liege gebettet, wache, säume/ raune. Lust aufzustehen nicht, nicht für As und Fras, Gesäume im Küchengemach teigversalzenes Mottengeschwader verstaubt im Schleim vergilbt. Mein Blick verqualmt, die Glieder gewalzt, stoße umher, umringt von Laken in Kissen, der Leinentücher Schimmer im weiß der Venus, die noch ruht so leblos fahl und zart. Bald schon stehe ich, oh jesus kind, im schein christengefeuerter operetten, in meinem Hemd aus Nacht und friedhöflicher Tast und Kund, im Keim erstickt der Kummer, nimmer mehr mein Freund, sei ich verpflichtet, dass nur der eros gloreich lastend von dem kreuze mir die stirn in schweiße legt.

So schaue, sitten verzerrt, ohne einen ton über die jünglichen lippen haspeln zu können, ist end in mir; doch bin ich kinK in meinem raum, geschmückt mit situationisten, dem gebrabbel unaufhürlich feisten mondgesangs, die nachtigall schwelgend im platanenfirst, einsam im hofe hinter dem hause nun, leis und passiv sich versucht, ein flammenmeer einzig in dimension langsam zu entzünden. Still mich maria, ich beiße dir die brüste, starr mich an, dein sohn der untertänigkeit, tunlich dir entgleist, mit branntenftachten welten bloß, und mauerrisse traut, tilgt samten nektar auf den dächerspitzen mir die gunst, im sterngefasel mich in flug davon zu geben.

Monday May 14, 2012
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Sunday May 13, 2012
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Sunday May 13, 2012
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Tinitus in blau

Saturday April 21, 2012

entfruchtet, entfolgt,

atome, organische seelen, begeistert im corpus uns magie, von ahnen berauscht, soma trunken - psychisch schlendern, frei zu machen von, begehrt einer, schwer unter lederner Haut, standhaft sich im Wind zu postulieren, der Luftzug durch die Ohren, das Labyrinth der Hirnwege von dem Staub der Verwahrlosung zu befreien; lange schon, viel zu lang sitzt er auf seinem Ast, wacht und traeumt beobachtend von Tag zu Tag. Jedes mal erneut einen Wunsch

Saturday April 21, 2012

gescheppert hats im kuehlhaus q,

von nun an zieht die welt sich in die laenge

obst wird in urnen aufbewahrt

still sitzen wir beisammen und fechten in gedanken

Saturday April 21, 2012

entmachtet, verbraemt, entlehnt,

ich bin da und doch nicht, mit neu geborenen augen,

dem geschehen folgend. Das Gewissen, voraus schauend und sorglos unbekuemmert, nicht

wissen wie den tag zu gestalten; viel schlafen, die ruhe der zeit geniessen, vergaenglichkeit

wahrnehmen lernen.

Ich bin da, und doch nicht.

Das Pferd auf dem Foto ist da,

und doch nur in das Bild montiert.

Ganz starr, praesent in einem Leerraum, ueberall

koennte es sein, diese Stelle zu fuellen.

Doch es ist dort, auf dem Foto, ich bin hier, ungeachtet,

installiere mich von hier nach dort, von Umgebung

zu Umgebung. Das Pferd bleibt, zentriert, und doch ist es

nicht da. Ein Trug ? Ein Schein im Traum ? Gleich wird es ausgeblendet,

doch es ist ein Foto. Festgehalten, fuer die Ewigkeit.

Ich deinstalliere, gehe weiter, adieu

Saturday April 21, 2012

Markttreiben in Südamerika

das Tratschen der in Trachten gekleideten Indianerfrauen

Genua, Via Garibaldi, Via Balbi, Wasserbrunnen im Marmorinnenhof

Hutkultur der Haida, Nootka, Kwakiutl

Marktarbeiter tragen auf dem Kopf Reissäcke

Festungsmauer der Marine in Genua

die Pellin Scheinbuche in den Anden,

aus dem südlichen Mittelchile - Grabpfosten

Europa: Migration. Genusskultur & Lebensart

unabhängige Wissenschaft?

-

Halbkopfmaske

Rabenkopf/ Schnabelmasken

-

norwegisches Lied, eine Jeuke

Golta Tientja, Menke-menke, - nljinja mora

                    meka mutjo, lemke batje

                    munge, mungo, lemke batje

                    homla menjo, muklo muklo

ein kirgiesisches Sommercamp

Saturday March 17, 2012

you my tangerine dream

follow me, cairo, to the house of

opi val, to where

my asocial beings are

in the bloom of a drum

at nightly rythms stake

fade away to an intelligence

unemotional, preserved for goodness

so look, there is a galaxy

coming for a go, riders

on unforsaken patience,

through the broken rooftop you can see the stars

standing on a ground of broken stone

imploded walls, for a sound

coloring eyes

with graffitti for futures

eclipse

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